Chronischer Stress und seine möglichen Folgen
Die Zahl der chronisch „Gestressten“ nimmt kontinuierlich zu
Laut des Gesundheitsberichtes der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) ist Dauerstress die Hauptursache für Frühverrentung. Viele Menschen ignorieren die ersten Warnsignale des Körpers wie Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder Erschöpfung. Sie nehmen die Überlastung erst wahr, wenn sie wegen eines Bandscheibenvorfalls oder einer Depression den Arzt aufsuchen müssen.

Mittlerweile sind nicht nur Erwachsene von den Folgen einer dauerhaften Stressbelastung betroffen, sondern auch schon Kinder und Jugendliche. Sie sind gereizt, können schlecht schlafen und klagen über Schmerzen:
Jeder dritte Schüler in Deutschland berichtet von regelmäßigen Stress-Symptomen. Nach einer neuen DAK-Studie sind vor allem Mädchen betroffen. 40% der Schülerinnen haben mehrmals in der Woche psychosomatische Beschwerden. Das zeigt eine aktuelle Befragung von 4.500 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 21 Jahren, die die Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag der Krankenkasse an 15 Schulen in vier Bundesländern durchgeführt hat.
| Bei den Beschwerden werden Einschlafprobleme (22%) und Gereiztheit (21%) am häufigsten genannt. Kopfschmerzen und Rückenschmerzen geben jeweils rund 16% der Befragten an. Über Niedergeschlagenheit klagen 14%. Es folgen Nervosität (11%), Schwindelgefühle (9%) und Bauchschmerzen (8%). Jeder zehnte Schüler berichtet, dass er sogar täglich zwei oder mehr Beschwerden hat. 1 |
Was passiert, wenn wir in Stress geraten?
Die Nebennieren sitzen wie eine Kappe auf den oberen Polen beider Nieren und sind für die Produktion wesentlicher Stresshormone - Noradrenalin, Adrenalin und Cortisol - zuständig. Obgleich sie sich in direkter Nachbarschaft der Nieren befinden, haben sie funktionell nichts mit den Nieren gemeinsam. Die Trias aus Noradrenalin, Adrenalin und Cortisol bestimmt unser Verhalten in Stress-Situationen und ist somit für den Kampf-Flucht-Reflex entscheidend. Adrenalin versteht sich dabei als Antwort auf kurzfristigen (akuten) Stress, Cortisol hingegen ist der Signalgeber bei langanhaltendem chronischem Stress. In Zeiten des Säbelzahntigers waren die Folgen einer erhöhten Katecholamin- und Cortisol-Ausschüttung durchaus sinnvoll und erwünscht:
- erhöhter Blutdruck
- erhöhte Herzfrequenz
- erhöhte Energiebereitstellung aus Eiweißen und Fetten
- erhöhte Blutgerinnung etc.
Die Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol versetzte uns in die Lage, schnell und kraftvoll zu agieren.
In der heutigen Zeit sind diese Mechanismen eher kontraproduktiv. Zum einen fehlt in Stress-Situationen häufig der adäquate „sportliche Ausgleich“, zum anderen kann chronifizierter Stress zu massiven körperlichen Beeinträchtigungen führen bis hin zu einer Erschöpfung der Nebennieren.
Wie äußert sich eine Nebennierenerschöpfung?
In medizinischen Kreisen findet bis dato nur der Totalausfall der Nebennieren, die Nebenniereninsuffizienz bzw. Morbus Addison, angemessene Berücksichtigung - erstmals 1855 von Thomas Addison beschrieben. Diese Erkrankung ist sehr selten. Aktuellen Schätzungen zufolge leiden etwa 5 von 100 000 Menschen an der Addison-Krankheit.
Eine Nebennierenschwäche hingegen zeigt sich normalerweise in einer Ansammlung von Symptomen. Die Patienten sehen auf den ersten Blick nicht krank aus, sie fühlen sich aber nicht wohl. Sie trinken viel Kaffee oder Cola, um wach und leistungsfähig zu sein. Sie haben oft niedrige Blutzuckerspiegel. Sie leiden häufig an Allergien, Gelenkschmerzen und sind anfällig für Infekte. Frauen zeigen häufig prämenstruelle Beschwerden. Auch werden vermehrt psychische Beschwerden beobachtet, ebenso Ängste, Panik und Depressionen. Gleichzeitig treten Konzentrationsstörungen und eine verminderte Gedächtnisleistung auf. Auch Schlafstörungen sind häufiger als bei gesunden Menschen.
| Folgende Symptome können bei einer Nebennierenerschöpfung auftreten: | |
|---|---|
| niedriger Blutzucker | Verdauungsstörungen |
| chronische Müdigkeit / Energiemangel | Reaktion auf Inhalantien |
| geringe Stresstoleranz | Schwindel bei schnellem Aufstehen |
| niedrige Körpertemperatur / Frieren | starke morgendliche Anlaufschwierigkeiten |
| Gehirnnebel / schlechte Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis | Verlangen nach salzigen, fetten oder proteinreichen Lebensmitteln (Käse, Fleisch) |
| geringe Energie / Müdigkeit | Depressionen / Ängstlichkeit |
| benötigt Kaffee oder Stimulantien um morgens in Gang zu kommen | Bindegewebsschwäche / schlechte Wundheilung |
| Energiemangel am Morgen und nachmittags (15-17 Uhr) | Immunstörungen / Allergien / wiederkehrende Infektionen |
| kurzzeitige Besserung nach Mahlzeiten | nicht zunehmen oder nicht abnehmen können |
| Besserung wenn Stress nachlässt, z.B. Urlaub | geringe Libido |
| Tendenz zum Zittern unter Druck | |
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Quelle: www.adrenal-fatigue.de
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Wodurch kann eine Nebennierenschöpfung entstehen?
Dauerstress kann ein wichtiger Auslöser für eine Nebennierenerschöpfung sein. Wiederkehrende oder chronische Infektionen, psychische Belastungen, Enttäuschungen am Arbeitsplatz, ein Unfall und/oder eine einseitige, vitaminarme Ernährung – der Körper reagiert immer gleich und erhöht umgehend die Stresshormone im Blutkreislauf. Ab einem gewissen Punkt erschöpfen sich die Kompensationsmöglichkeiten des Körpers und die Nebenniere gleitet meist langsam in eine chronische Unterfunktion. Manchmal sind die Ursachen zunächst nicht erkennbar. So haben Untersuchungen bei Krankenschwestern gezeigt, dass der Cortisolspiegel im Blut extrem erhöht war. Sie gaben aber an, gar nicht unter Stress zu stehen. Der Körper registriert die ständige Stressbelastung und versucht daraufhin, eine Anpassung der notwendigen Cortisolmenge vorzunehmen. Gelingt dies nicht mehr, beginnt die Nebennierenerschöpfung. Häufig beobachtet man Atemwegsinfektionen, wie eine Stirnhöhlenentzündung oder eine Bronchitis, eine Lungenentzündung oder Asthma bronchiale. Kommen dann noch weitere Faktoren hinzu, wie Stress im Beruf oder psychische Belastungen, können die Nebennieren zunehmend in einen Erschöpfungszustand abgleiten.
Folgende Risikofaktoren können eine Nebennierenerschöpfung auslösen:
- Schlafmangel
- spätes Zubettgehen
- Fast Food
- große Mengen an Kaffee und Cola
- Perfektionismus
- ständige Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation
- hohe Arbeitsbelastung
Eine ausgeprägte Nebennierenschwäche kann unter Umständen auch am chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) und multipler Chemikalienunverträglichkeit (MCS) beteiligt sein. Ebenso Autoimmunkrankheiten, Allergien, Schlafstörungen, milde Depressionen, Burn-Out, Gelenkschmerzen, Fibromyalgie oder wiederkehrende Infektionen (schwaches Immunsystem) können mit einer Nebennierenschwäche assoziiert sein.
Umfragen in den USA haben ergeben, dass bis zu 50 % der erwachsenen Amerikaner wenigstens einmal in ihrem Leben an einer Erschöpfung der Nebennieren leiden; nur selten wird dies aber als Störung der Nebennieren erkannt, weil das Wissen über leichte bis mittelschwere Funktionseinschränkungen der Nebennieren nicht zum Basiswissen der Ärzte gehört.2 Für Deutschland vermuten wir ähnliche Zahlen.
Fazit:
Neben einer Überprüfung des Lebensstils – Anspannung und Entspannung sollten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen - spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle bei der Versorgung des Organismus mit wichtigen Nährstoffen. Gerade unter Dauerstress ist der Bedarf an Mikro-/Makronährstoffen deutlich erhöht.
1) DAK Gesundheitsreport 2011
2) Dr. med. Joachim Strienz: Nebennierenerschöpfung – Stress stört Hormon-Balance – Ein Ratgeber für Patienten











































