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Provicell - natürlich - wirksam - zellaktiv
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Kleiner Enzymdefekt – Ursache für viele Stoffwechselstörungen?

Zur Bildung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) wird eine Enzymkaskade in Gang gesetzt. Diese Enzyme wirken wie kleine Katalysatoren und treiben die sog. Hämsynthese voran. Was wir als selbstverständlich voraussetzen, kann jedoch schon bei einer winzigen Störung große Folgen nach sich ziehen.

Kryptopyrrolurie (KPU) – Folge einer Enzymstörung

In Fachkreisen werden die Folgen dieser Enzymstörung mit dem Begriff Kryptopyrrolurie, kurz KPU tituliert. Ein schwieriges Wort, das wir Ihnen kurz erläutern wollen:

KPU steht für Kryptopyrrolurie, Kryptopyrrol (griech. verborgenes Pyrrol). Es ist eine chemische Substanz, die über den Urin ausgeschieden wird und bereits schon 1969 entdeckt wurde. Es ist der Verdienst von Carl Curt Pfeiffer (1908 - 1988) am Brain Bio Center in Princeton, New Jersey, dass ab 1970 klinische Untersuchungen über diese Erkrankung stattfanden.

Die blockierte Hämsynthese stört zahlreiche biochemische Prozesse unseres Körpers, wobei der Schweregrad der Störung sehr stark variieren kann: 1

  • Eingeschränkte Leberentgiftung
  • Völlegefühl und Bauchkrämpfe eine halbe Stunde nach den Mahlzeiten
  • Es entstehen giftige Stoffwechselprodukte, die sog. Pyrrole, die sich ungünstig auf das Nervensystem auswirken können.
  • Normalerweise werden überschüssige Pyrrole über den Stuhl ausgeschieden. Kommt es jedoch aufgrund des genannten Enzymdefekts zu einem vermehrten Anfall der Pyrrole im Organismus, versucht sich der Körper über einen alternativen Weg dieses unliebsamen Stoffs zu entledigen. Dafür benötigt er aber Vitamin B6 und Zink, um das überschüssige Pyrrol über den Urin ausscheiden zu können. Dies führt zwangsläufig zu einer Verarmung des Organismus an Zink und Vitamin B6. Im weiteren Verlauf auch zu Verlusten an Chrom, Mangan und Magnesium.

Symptome einer Kryptopyrrolurie (KPU)

Fest steht, dass etwas 10% der weiblichen Bevölkerung eine enzymatische Störung im Häm-Stoffwechsel aufweisen, die unter normalen Lebensbedingungen jedoch weitgehend kompensiert wird. Unter Stresseinwirkung ist der Körper manchmal nicht mehr in der Lage diese Stoffwechselstörung auszugleichen und es kann zu unspezifischen Symptomen kommen.

Folgende Symptome können bei Kryptopyrrolurie (KPU) auftreten:
Fahle, pigmentarme Haut, vorwiegend im Gesicht Magen-Darm-Beschwerden
Gesichtsschwellung Glutenunverträglichkeit
Sehr schmale Hände Fertilitätsstörungen
Muskelkrämpfe / Muskelschwäche Oberbauchbeschwerden
Schüttelfrost und Fieber Unterzucker, Altersdiabetes
Juckreiz und Ausschlag bei Sonnenlicht Anämien unklarer Herkunft
Gelbbraune Färbung der Haut nach dem Sonnenbad Medikamenten- und Chemiekalienunverträglichkeiten
Weiße Flecken auf den Nägeln Fehlende Traumerinnerung
Schlechter Zahnschmelz Störung des Kurzzeitgedächtnisses
Lichtempfindlichkeit Unter- (jung) oder Übergewicht (alt)
Haarausfall Depressionen
Atem- und Körpergeruch Engstehende Vorderzähne im Oberkiefer
Schnelle Ermüdung Migräne, Kopfschmerzen
Knieschmerzen Menstruationsprobleme
Gelenkschmerzen, Beckeninstabilität Blutunterdruck
Fibromyalgie Infektanfälligkeit
Hypermobilität Ödeme
Allergische Reaktionen Herz- und Gefäßleiden
Nahrungsmittelunverträglichkeiten Schilddrüsenfunktionsstörungen
Morgendliche Übelkeit ADHS bei Kindern

Wie kann ich Kryptopyrrolurie ( KPU) im Labor feststellen?

Eine KPU kann über eine einfache Urinuntersuchung festgestellt werden. Hierfür werden 10 ml frischer Morgenurin benötigt, der in ein Spezialröhrchen mit Vitamin C als Stabilisator eingefüllt wird. Der Urin sollte spätestens nach fünf Tagen untersucht werden. Alle Vitamin-B-Präparate und Zink müssen mindestens 10 Tage vor dem Test abgesetzt werden, da es sonst zu falschen Messergebnissen kommen kann.

Exkurs:

Funktionen von Vitamin B6

  • Coenzym bei mehr als 100 Stoffwechsel-Prozessen
  • Umwandlung von Protein- und Kohlenhydratspeichern zu Glukose
  • Bildung von Neurotransmittern (Serotonin, Dopamin) und Proteinen (u.a. Antikörper) - hier liegt ein Grund dafür, dass bei Pyrrolurie häufig Stress-Symptome auftreten können
  • Fettstoffwechsel, insbesondere Bildung von Fetten, die für die elektrische Isolationsschicht der Nervenzellen benötigt werden
  • Bildung von Niacin (Vitamin B3) aus Tryptophan
  • Bildung von Pikolinsäure, die an der Aufnahme von Mineralien wie Chrom, Zink, Mangan und Magnesium beteiligt ist
  • Hämoglobinbildung, Sauerstofftransport
  • Pigmentbildung (Haut und Haare)

Funktionen von Zink

  • Coenzym von über 200 Enzymen, u.a. mit Bedeutung für die Eiweißverwertung, den Säure-Basenhaushalt, den Alkoholabbau
  • Hemmung oder Beschleunigung vieler Stoffwechselprozesse, z.B. Beschleuniger der Neurotransmittersynthese
  • Umwandlung von Vitamin B6 aus der Nahrung in seine aktive Form
  • Zellteilung, -wachstum, -differenzierung
  • Antioxidans und somit Radikalenfänger
  • Schutz vor Kupfer-, Blei- und Cadmiumivergiftungen
  • Regulation des Immunsystems
  • Stoffwechsel der Geschlechts-, Schilddrüsen- und Wachstumshormone, des Insulins und der Prostaglandine
  • Pigmentbildung (Haut und Haare), bakterielle Barriere der Haut
  • Muskel-, Knochen- und Knorpelbildung, Aufbau von Kollagen2

Funktionen von Mangan

  • Essenzielles Spurenelement, das an über 100 enzymatischen Prozessen beteiligt ist.
  • Wichtig für den Vitamin-B1 Stoffwechsel
  • Regulation der Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse
  • Aufbau von Knorpel und Knochen
  • Mangel ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Osteoporose und Arthrose

Was tun bei diagnostizierter Kryptopyrrolurie?

Die Symptome einer KPU können durch die Einnahme von Mikronährstoffen deutlich vermindert oder sogar vollständig beseitigt werden.3 Dabei steht die Einnahme von B6 (möglichst in der aktiven Form) und Zink im Vordergrund. Beachten Sie, dass eine vollständige Wiederherstellung des biochemischen Gleichgewichts mehrere Monate dauern kann, obwohl eine Besserung meist sofort bemerkt wird. Dies gilt insbesondere für langjährige, chronische Beschwerden mit Allergien oder Unverträglichkeiten. Wird die Einnahme unterbrochen, können die Symptome nach ein bis zwei Wochen wiederkehren. Ein wiederholter Test auf KPU ist übrigens erst wieder nach Monaten der Vitamin B6 Abstinenz (als Nahrungsergänzung) möglich.
Manchmal ist extreme Müdigkeit ein bleibendes Symptom. Wenn es sich unter der Therapie auch nach zwei Monaten nicht bessert, kann eventuell eine Nebennierenschwäche vorliegen.4



1) HPU – eine angeborene Porphrinopathie, Dr. John Kamsteeg, Zeitschrift für Umweltmedizin, 10. Jg., Heft 3/2002
2) http://www.symptome.ch/wiki/Ausf%C3%BChrliche_Symptomliste_Pyrrolurie
3) Das Leben mit KPU (Kryptopyrrolurie) Ein Ratgeber für Patienten von Dr. med. Joachim Strienz http://www.leben-mit-kpu.de/
4) http://www.allergien-behandeln.de/alternative-medizin/kpu-kryptopyrrolurie/diagnose-und-therapie